Als im Mai 1945 dieser unselige Krieg endete, verharrten ,die Überlebenden, erschreckt und verängstigt, vorerst in Resignation..., bis sich die Daumenschrauben der Sieger und Besatzer nach und nach lockerten. Der Ruf nach Wiederbesinnung gewann an Lautstärke. Die Forderungen auf Erneuerung eines lebenswerten Daseins wurden glaubwürdiger. Die Ära der Neuorganisation auf dem Boden freiheitlicher Entfaltung nahm ihren Anfang.
So sahen auch die Turner wieder "Grünes Licht" für eine neue Vereinsbildung, jetzt unter der Bezeichnung: "Allgemeiner Sportverein Dossenheim". Den Vorsitz führte Gipsermeister Karl Miltner. Dieses - wie man es allgemein betrachtete - Provisorium überstand zwei Jahre. Mit einem Erlaß vom 18. Dezember 1946 hatte die amerikanische Militärregierung den Vereinen wieder das Tragen der alten Traditionsnamen zugestanden. Die Mitgliederversamm am 4. Oktober 1947 im Gasthaus "Zum Badischen Hof" beschloß daraufhin, den Namen "Turn- und Sportgemeinde 1889 Dossenheim" wieder anzunehmen. Der neugewählte Vorsitzende Josef Hannibal, der den Verein durch die Kriegsjahre gebracht hatte, veranlaßte den Eintrag in das Vereinsregister Heidelberg. Nach dieser Wiedergeburt löste sich im Frühjahr 1948 ein Teil der Mitglieder von dieser Gruppierung, um nun ihrerseits unter dem früheren Vereinsnamen "Germania 1889" die Tradition fortzusetzen. Gleiches vollzog die Fußball-Abteilung im November 1948; diese gruppierte sich unter dem früheren Vereinsnamen "FC Sportfreunde 1910".
Gab es ob der Aufsplitterung der Sportvereine nun auch Differenzen, die sogar die Gerichte beschäftigten, so hatten alle drei Vereine doch ein gemeinsames Problem: Der Krieg hatte die Reihen der Mitglieder gelichtet, die ersten Nachkriegsjahre den Wert der Reichsmark annulliert. Jede Bemühung um Ankauf neuer Sportgeräte, vorderste Notwendigkeit zur Aufrechterhaltung des Vereinssports. erledigte sich von selbst: Material und Geld fehlten. Doch gleiche Not löst Probleme leichter. So auch hier. Ein damals erwirktes Gerichtsurteil hat wider Erwarten sowohl der "TSG" als auch der "Germania" die Führung der Jahreszahl 1889 zugesprochen. Das gesamte Vereinsvermögen, einschließlich der Traditionsfahne der "Germania", wurde der "Turn- und Sportgemeinde" übereignet. "Im Interesse einer guten Zusammenarbeit" gab wenig später die TSG die Turngeräte als auch die Vereinsfahne gegen eine Entschädigung an den "TV Germania" zurück. In der Folgezeit wurden die Dossenheimer Farben nun wieder von zwei Turnvereinen bei allen Sportveranstaltungen und -festen vertreten.
Als Höhepunkt jener Jahre vermerkte die TSG u. a. Erfolge der Schwerathletikabteilung, die mehrere Kreismeister im Gewichtheben stellte. Die Turnerin Margot Hammer errang beim Landesturnfest 1949 einen ersten Platz.
Auch der Ausbau eines Wiesengeländes im Mühltal zu einem Waldsportplatz fiel in diese Zeit, gestützt auf Opferbereitschaft und Freiwilligkeitsleistung en der Mitglieder.
Dem "TV Germania" führten die Handballer im Jahre 1948 mit dem Meistertitel in der Bezirksklasse den ersten Erfolg nach dem Kriege zu. Die Turner der beiden Vereine brachten den Eichenkranz vom ersten Deutschen Turntest nach dem Kriege aus Frankfurt mit nach Hause. Für eine unermüdliche Begeisterung für den Turnsport sorgten in jenen Jahren viele Turnerfamilien. Eine organisatorische Glanzleistung vollbrachte die "Germania", als es mehr als 700 Aktive beim Kreisturnfest 1954 in Dossenheim zu betreuen galt. Zwei Jahre später warb der Verein zum Beitritt in eine neugegründete Tischtennis-Abteilung, die wenig später den Meister in ihrer Klasse stellte. Dreimal in den 50er Jahren sicherte sich die Handball-Abteilung den Meistertitel in der Bezirksklasse. Dies war auch die Zeit, als Ludwig Hilshelmer nach 8jährigem Wirken als Vereinsvorsitzender den Führungsstab an seinen wieder in die Heimat zurückgekehrten Bruder Richard übergab.
In der TSG 1889 ergriffen in den fünfziger Jahren die damaligen Vorstände Josef Hannibal, Georg Bach, Georg Schmich sowie Herbert Boy die Initiative zum weiteren Ausbau des "Waldfriedens" sowie der Platzanlage. Man erkannte in jenen Jahren aber schon, daß ein freiwilliges Zusammengehen der beiden Turnvereine nicht nur aus sportlicher Sicht notwendig sei, sondern auch dem Ausbau eines Vereinsheimes hilfreich sein dürfte. Leider führten die damaligen Bemühungen noch nicht zur Einheit der beiden Turnvereine.